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Fledermausfreundliche Stadt
Wird Putbus die erste
fledermausfreundliche Stadt in M-V?
Fledermäuse sind faszinierende,
geheimnisvolle Tiere. Sie entziehen sich unserer Beobachtung
durch ihre nächtliche Aktivität und ihre Möglichkeit sich
durch Ultraschall in völliger Dunkelheit zu orientieren.
Zudem verstecken sie sich „kopfüber“ hängend in dunklen
Kellern und Höhlen. Dieses war den Menschen lange Zeit
unheimlich und die Tiere wurden buchstäblich mit Tod und
Teufel in Verbindung gebracht. Inzwischen hat sich dieses
„Negativimage“ jedoch erheblich gewandelt und Fledermäuse
sind zu positiven Imageträgern geworden. Durch viel
Aufklärungsarbeit wurde erreicht, dass viele Menschen
zumindest von der Ultraschallortung gehört haben und auch
wissen, dass unsere heimischen Fledermäuse weder
blutsaugende kleine Monster noch gefährliche
Krankheitsüberträger sind, sondern sich vor allem von
Insekten ernähren.
Aufgrund von Unverständnis oder
Uneinsichtigkeit, immer stärkeren Eingriffen in die
Lebensräume und sich verändernden Umweltbedingungen sind
alle Fledermausarten in Europa gefährdet. Sie mussten unter
strengen gesetzlichen Schutz gestellt werden.
In Putbus haben Fledermäuse durch die
gesetzlich festgelegten Auflagen beim Neubau der Schule und
des Nettomarktes bereits für Schlagzeilen gesorgt. Beide
Quartiere sind überregional bedeutende Fledermausquartiere.
Der Keller wurde erhalten, am Neubau der Schule wurden
zahlreiche Fledermausquartiere in die Fassade und unter dem
Dach integriert. Doch in Putbus soll auch über das
gesetzliche Mindestmaß hinaus noch mehr getan werden. Das
Projekt zum Schutz der Fledermäuse hat das Ziel, Putbus zur
ersten fledermausfreundlichen Stadt in
Mecklenburg-Vorpommern zu machen.
Zu diesem Zwecke arbeiten die Stadt Putbus, das
Biosphärenreservat Südost-Rügen und der Träger des
Projektes, der NABU KV Rügen, eng zusammen. Unterstützt
durch Mittel der BINGO-Umweltlotterie, des Landes und der
DBU sorgen sie für die finanzielle und inhaltliche
Absicherung des Projektes. Es gilt das Quartierangebot
(Sommer-, Zwischen- und Winterquartiere) und die
Jagdlebensräume der Fledermäuse zu sichern,
wiederherzustellen und zu erweitern.
In den vergangenen Jahren sind bereits einige bedeutende
Quartiere für Fledermäuse durch den ehrenamtlichen Einsatz
von Fledermausschützern und Privatpersonen gesichert und
optimiert worden. Dennoch ist das Wissen um weitere
Quartiere relativ gering. Oftmals sind zudem bekannte
Quartiere durch Sanierungsmaßnahmen, Baumpflegemaßnahmen und
mangelndes Wissen gefährdet – die Dunkelziffer von bewusst
oder unbewusst zerstörten Quartieren ist unbekannt.
Angesichts eines hohen Anteils maroder bzw.
reparaturbedürftiger Gebäude und zu erwartender Sanierungs-
oder Abrissmaßnahmen ist in den nächsten Jahren mit einem
hohen Gefährdungspotenzial, Quartierverlust bis hin zu einem
Einbruch des regionalen Fledermausbestandes zu rechnen. Dem
wollen die Projektpartner mit Hilfe der Putbuser BürgerInnen
entgegenwirken.
Das Projekt eröffnet weitere Angebote
für die Einwohner und Besucher der Stadt:
- Bei anstehenden notwendigen
Reparatur- und Sanierungsarbeiten können Sie sich
„Fledermausberatung“ holen. Oft können bei früher
Planung die Arbeiten „fledermaus-freundlich“
durchgeführt werden, ohne dass dabei erhebliche
Mehrkosten entstehen.
- In der warmen Jahreszeit, der
jährlichen Hauptaktivitätszeit der Fledermäuse, werden
regelmäßig abendliche Fledermausexkursionen mit
Ultraschalldetektor in Putbus angeboten, um die
Fledermäuse auf ihrem nächtlichen Jagdzug beobachten und
belauschen zu können.
- Schulen, Kindergärten und anderen
Kinder- und Jugendeinrichtungen steht das Angebot offen,
sich während Projekttagen und Exkursionen mit den
Fledermäusen näher zu be-fassen.
Dass die Stadt Putbus in Ihrem
Bestreben nicht allein dasteht, beweist die Partnergemeinde
von Putbus, die Stadt Eutin in Schleswig-Holstein. 2008
wurde sie die erste deutsche fledermausfreundliche Stadt. In
Schleswig-Holstein gibt es auch noch die Gemeinde Dahme als
fledermausfreundliches Dorf. Die erzielten Erfolge beim
Fledermausschutz wie auch durch eine gesteigerte öffentliche
und touristische Wahrnehmung und sind Ansporn für die Stadt
Putbus.
Am Ende des Projektes soll für Putbus
die Anerkennung des Titels als „fledermausfreundliche Stadt“
bzw. besser noch als „erste fledermausfreundliche Stadt in
Mecklenburg-Vorpommern“ stehen.
An dieser Stelle möchten wir alle
Bürger der Kommune Putbus aufrufen, bekannte
Fledermausquartiere an und in Gebäuden und in Bäumen an uns
zu melden! Unsere heimischen Fledermäuse bedürfen unseres
Schutzes. Engagieren Sie sich mit uns und lassen Sie uns
gemeinsam viele Fledermausfreunde finden!
Fragen oder Hinweise zu Fledermäusen
nehmen gerne entgegen:
Heike und Dr. Ralf Grunewald
NABU Kreisverband Rügen
Tel. 038301-885194 oder 03838-209710
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