Steinkohlekraftwerk in Lubmin?

Der NABU Rügen positioniert sich gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin am Greifswalder Bodden: tourismusgefährdender, klimapolitischer Wahnsinn!

 

 

Video von Rügen Campus - Kohlekraftwerk Lubmin


www.ruegencampus.tv

 

Pressemitteilung des NABU "Nach uns die Sintflut"
vom 5.11.2007

Nach uns die Sintflut…
Die Bundeskanzlerin und die Steinkohle 

„Es ist nicht zu fassen: morgens in die Kirche und danach volle Kraft gegen die Schöpfung!“ erzürnt sich Marlies Preller vom NABU Rügen über die von Angela Merkel und der großen Mehrheit ihrer Parteianhänger auf dem Landesparteitag der CDU in Binz inszenierte Pro-Steinkohlekraftwerk-Show. „Während in Valencia in der Zusammenfassung des Weltklimaberichtes vom UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die uns allen drohende Klimakatastrophe bei nicht sofortigem Gegensteuern beschrieben wurde, singt die Bundeskanzlerin in ihrem Wahlkreis ein Loblied auf die Steinkohleverbrennung in Lubmin - Nach uns die Sintflut. Amen.“ 

Der NABU Rügen kritisiert aufs schärfste die nicht mehr zu übertreffende Ignoranz gegenüber der apokalyptischen Bedrohung der Menschheit, aus politischem Kalkül und vor allem zum Wohlgefallen der ihren Einfluss voll ausspielenden Energiekonzerne. 

Frau Merkel müsste es wissen: Deutschland ist in Europa haushoch führend im Ausstoß klimaschädigender Treibhausgase. In der Welt nimmt unser Land einen traurigen 6. Platz hinter den USA, China, Russland, Japan und Indien ein. Die Verbrennung vom fossilen Energieträger Kohle wird die Schadstoffbilanz in der Atmosphäre weiter verstärken.

Zentralafrikanische Dürreländer wurden in diesem Jahr von schlimmsten Überschwemmungen heimgesucht, in Lateinamerika und Bangladesch wüteten gerade vernichtende Wirbelstürme mit vermutlich weit über 1.000 Toten. Und das sind wahrscheinlich erst die Vorboten der Folgen menschlichen Tuns.  Vor allem treffen sie die Ärmsten der Armen. Frau Merkel indes lässt sich in Heiligendamm und Fernost als „Klimakanzlerin“ feiern und hier kungelt sie mit der Energielobby, deren oberstes Ziel einzig und allein Gewinnmaximierung ist - als seien deren Macher nicht von diesem Stern.  

Die schnelle und konsequente Nutzung alternativer Energieformen ist um des Überlebens willen unumgänglich. Neue Kernkraftwerke sind angesichts der Langzeitfolgen indiskutabel. Ein gigantischer Kernfusionsreaktor, der den weltweiten Energiebedarf stillen könnte, steht uns dagegen zum kostenlosen Gebrauch zur Verfügung. Zur nachhaltigen Nutzung der Sonnenenergie und anderer Alternativen sind aber vor allem ein zukunftsbewusster, parteienübergreifender politischer Willen, daraus resultierende gesetzliche Rahmenvorgaben, Innovation und Tatkraft von Nöten. 

Was ist nun von der SPD zu erwarten? Die CDU von Mecklenburg-Vorpommern hat in Binz nur gezeigt, dass sie weder christlich (Bewahrung der Schöpfung zählt nicht) noch demokratisch (Meinung der an der Basis Betroffenen ignoriert) ist. Vielleicht sollte die Bundeskanzlerin einfach beim Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, in die Lehre gehen, der auf der Pommerschen Landessynode am Wochenende die ethische Verantwortung für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen anmahnte und - auch im Zusammenhang mit Lubmin - den verantwortlichen Entscheidungsträgern ins Stammbuch schrieb: „…Versündigt euch nicht an Gott und den Menschen!“

Kontakt:                
Marlies Preller, NABU-Kreisverband Rügen,
Tel. 03838/209708
nabu.ruegen@t-online.de

 

OZ vom 19.01.08:

Einfach anfangen!

Das Braunkohlenflöz am Lobber Ort auf Mönchgut ist leider schon 1860 abgebaut worden. Mag aber sein, dass der Thiessower Endhaken oder das Reddevitzer Höft noch ein mächtigeres Flöz aus der Tertiärformation bei Abbrüchen ausspuckt, das dann womöglich die Herzen von potentiellen Abbauunternehmern und Investoren, im Verbund mit willfähigen Politikern und sachverständigen Bürgern mit reichlich Phantasie, hüpfen lässt... Wer Affen, Elefanten und Delphine auf Rügen etablieren will, gern neue, schön aschgraue Asphaltbänder quer durch Rügen von Altefähr bis Sassnitz, Dranske bis Göhren einzutauschen gewillt ist gegen das sowieso nur halbjährig manifeste Grün der Bäume und sonstige, nicht nach Menschenart gemodelte Natur, dem ist vieles zuzutraun. Ob er noch wach wird, bevor ihm der Stuhl unterm Breitarsch abhanden kommt?
Ich wage es zu bezweifeln. Es lebe die Kohle, aus der man Kohle machen kann! Egal, woher sie kommt und wenn sie zum Himmel stinkt und womöglich bald von Lubmin aus über ihre Metastasen Schwefeldioxid, Blei, Arsen und Quecksilber auf uns und unsere Gäste herabregnet! Von der Freisetzung einer zweistelligen Millionenzahl an Tonnen von Kohlendioxid mag ich gleich gar nicht reden, weil sie so futuristisch anmutet und wir sie uns real einfach nicht vorstellen können. Zudem konterkariert sie all das, was der verlogene Klima-Engel Angela der Welt noch vor kurzem so pausbäckig und medienwirksam vorflötete. Es lebe der Klimaschutz! Wir feiern das Klima, auch wenn es uns einheizt! Warum in die Ferne schweifen, wenn auf Rügen der Schweiß saisonverlängernd übers ganze Jahr zu haben ist und Kamele nicht nur in den Amtsstuben sitzen. Mögen die bis jetzt hier heimischen Heringe dann auch bäuchlings treiben, falls es sie noch gibt.
Schöne Aussichten!
Die hatte so gesehen bis jetzt in natura Torsten Jelinski. Und mit ihm seine Familie, Angestellte, Auszubildende und Gäste seiner Thiessower »Fischerklause«, die ja gerade des besonderen Standortes wegen, der gesunden Luft, der wunderbaren Baumalleen und des weitgehend unbelasteten Wassers, hier Station machen.
Zweitausend Stimmen gegen das geplante Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden, »diesem Wahnsinn vor unserer Haustür«, hat der im wörtlichen Sinn weitblickende, sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen wollende Gastwirt allein vor Ort sammeln können. Und es werden immer mehr, ist er sich sicher.
Der 1968 in Wittstock geborene, in Röbel aufgewachsene und seit 1996 mit Leib und Seele Wahlrüganer, mag sich sein auf Zukunft angelegtes Lebenswerk, die 2002 erworbene Gaststätte, nicht durch das die Luft und das Wasser verpestende Dong-Monster in Frage stellen lassen. Wir werden uns wehren und überall mit unserem Protest »einfach anfangen«.
War das nicht das Motto der Landesregierung?
ARTus

 

 

Am 09. Mai 2007  fand im Sana-Krankenhaus in Bergen eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung  zum Thema: „Ist das geplante Steinkohle-kraftwerk  Lubmin im öffentlichen Interesse"  mit Dr. Henning Klostermann, SPD, dem eh. Vors des Umweltausschusses des Landtages statt, an der mehr als 50 interessierte Bürger Rügens teilnahmen:







Dinosaurier-Technologie am geschützten Greifswalder Bodden ???

Am 09. Mai 2007  fand im Sana-Krankenhaus in Bergen eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt zum Thema: „Ist das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin im öffentlichen Interesse?“

In Zeiten, da alle Welt vom Klimawandel spricht, besonders nach Veröffentlichung des 4. Teiles des Weltklimaberichtes, in dem unter anderem belegt wird, dass der Kohlendioxid-Ausstoß durch menschliches Zutun seit 1990 um 20% gestiegen und damit deutlich höher ist als das natürliche Treibhausgasniveau der letzten 650.000 Jahre, will die dänische Gruppe DONG energy für 1,5 Mio. Euro ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin bauen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat bestätigt: Der Klimawandel bedeutet für Deutschland Kosten in Milliardenhöhe, bis Ende 2100 stehen 3.000 Milliarden Euro zur Disposition. Die Anzahl und Intensität extremer Klimaereignisse werden auch bei uns weiter zunehmen, was zu erhöhten volkswirtschaftlichen Schäden führen wird.

Ist der Bau von Steinkohlekraftwerken das richtige energiepolitische Signal?

Wie könnte die Zukunft des Standortes Lubmin aussehen?

Antworten darauf gaben Dr. Henning Klostermann, Mitglied des Landtages 1990 – 2002 und ehemaliger Vorsitzender des Umweltausschusses MV sowie Dr. Klaus Kühnemann, Bürgermeister des Seebades Lubmin und Mitglied der Bürgerinitiative „Zukunft Lubminer Heide“ e.V.. Auch Timo Hammann, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative, war der Einladung des „Bündnis für Rügen“ und des NABU Rügen gefolgt.

Ein vollbesetzter Saal mit Gästen aus der regionalen Politik, von verschiedenen Verbänden und zahlreiche Privatpersonen unterstrich das große Interesse in unserer Region.

Dr. Klostermann kennt das Gelände gut, auf dem das Kohlekraftwerk gebaut werden soll. Daten wie der Schadstoffausstoß von 5,7 Mio. t CO2 pro Kraftwerksblock, was der Hälfte des Gesamtausstoßes des Landes entsprechen würde, die enorme Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die gewaltige Kubatur der geplanten Anlage, aber auch die besondere Gefährdungssituation für den höchst sensiblen Greifswalder Bodden wurden thematisiert. Die Schadstoff-Emissisionen würden die gesamte Region auf den Stand 1990 zurückwerfen. Ein solches Projekt hätte fatale Auswirkungen auf den Tourismus an der vorpommerschen Küste. Außerdem sei diese Dinosaurier-Technologie nach überzeugender Auffassung des Referenten unvereinbar mit den hohen AnsprüchenMecklenburg-Vorpommerns als viel propagiertes Tourismus-, Kinder-  und Gesundheitsland und widerspräche den internationalen Vorgaben in der Klimadiskussion. Dass weder die Bundesrepublik Deutschland noch Mecklenburg-Vorpommern ein Energiekonzept haben, aber nun voll auf fossile Energieträger setzen, sei ein Skandal.

Dr. Kühnemann ließ seinerseits keinen Zweifel daran, dass dieses Werk nicht in das Seebad Lubmin passt. Dieser Meinung sind auch 79,5% der Lubminer Bürger, die an einer in der Gemeinde durchgeführten Befragung teilnahmen. Der Redner ging auch auf die geplante Kühlung der Großanlage ein, die mit ungeheuren Wassermengen aus dem Greifswalder Bodden bewerkstelligt werden soll. „Man will Kohle um die halbe Welt schippern, um hier den Bodden zu erwärmen“, stellte er klar. Das verbrauchte Wasser würde um ca. 8°C wärmer wieder in das Gewässer geleitet werden und somit das gesamte Ökosystem dramatisch verändern, was katastrophale Auswirkungen u. a. auf die hier schwerpunktmäßig laichenden Bestände der Ostsee-Heringe hätte.

Die Aussage über die Doppelzüngigkeit der Politik lieferte den Anstoß zur anschließenden Diskussion: Klimaschutz-Vorreiterrolle und Steinkohleverbrennung, hoch gepriesene Tourismusregion und rauchende Schlote, Gesundheitsland und hohe Schadstoffemissionen, Land der erneuerbaren Energien und vorsintflutliche Energieträger – wie passt das alles zusammen?

 Hier einige Diskussionssplitter: 

  • Warum die geplanten riesigen Überkapazitäten am Standort Lubmin und was passiert damit?

  • DONG energy behauptet, sie könnte das Werk binnen weniger Monate auf Gas umrüsten. Warum tut sie das dann nicht von vornherein?

  • Der dänische Konzern verteilte lt. Ostseezeitung eine kleine Finanzspritze von 20.000 Euro an den Greifswalder Fußballverein SV 04. Bestechung? Wurden die Nachbargemeinden auch beeinflusst?

  • Welche Haltung nehmen der Tourismusverband Rügen und die Tourismusunternehmen, der Verband der regionalen Fischerei, Wirtschaftsverbände, die Fraktionen im Kreistag und die Gemeinden auf der Insel ein?

  • Wie kann man Einfluss auf dieses wahnwitzige Vorhaben nehmen, wie die Bevölkerung informieren?

Die entscheidenden Schlussfolgerungen aus der Veranstaltung lauten:

  • Nur durch den massiven Druck der Bürger wird sich etwas bewegen!
 
  • Machen Sie mit!  Engagieren Sie sich für die Zukunft Ihrer Region wie die Bürgerinitiativen in Lubmin und auf Usedom!
 
  • Die Landesregierung muss auf solch fragwürdigen Investitionen vor Beginn aller Verfahren verzichten!

 

Links



Bei der Bürgerinitiative   "Zukunft Lubminer Heide" e.V. erhalten Sie Infobriefe, Unterschriftenlisten und Internetinformationen.

 
Bürgerinitiative
"Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin e.V.":
 


 

 

Presseartikel

 
"Ostseezeitung"
 vom 1.03.08:
 
"Gazprom und E.ON bauen Gaswerk bei Lubmin"
 
"Ostseezeitung"
 vom 1.03.08:
 
"Vereint in Furcht vor dem Kraftwerk"
 
"Ostseezeitung"
 vom 1.03.08:
 
"Wir brauchen keine Kohlekraftwerke"
 
"Ostseezeitung"
 vom 29.02.08:
 
"Lubmin entzweit Tourismus"
 
"Ostseezeitung"
 vom 28.02.08:
 
"Im Feuerwehrauto zur Demo"
 
"Ostseezeitung"
 vom 9.02.08:
 
"Natur abseits von Messreihen"
 
"Ostseezeitung"
 vom 7.02.08:
 
"Protest-Flut macht Amt zu schaffen"
 
"Ostseezeitung"
 vom 7.02.08:
 
"Lubmin wird Wahlkampfthema"
 
"Ostseezeitung"
 vom 21.01.08:
 
"Mönchguter gegen Kraftwerkspläne"
 
"Ostseezeitung"
 vom 15.01.08:
 
"17000 sagen NEIN zu Kraftwerk"
 
"Ostseezeitung"
 vom 19.12.07:
 
"Eklat bei Anhörung zum Kraftwerk"
 
"Ostseezeitung"
 vom 11.05.07:
 
"Kohlekraftwerk setzt SPD unter Dampf"
 
"Ostseezeitung"
 vom 11.05.07:
 
"Deutschland hat die schädlichsten Kraftwerke"
 
"Ostseezeitung"
 vom 13.03.07:
 
"NABU begrüßt Initiative der Bürgermeister"
 
Pressemitteilung des NABU
 vom 12.03.07:
 
"NABU begrüßt Initiative der Bürgermeister"
 
"Ostseezeitung"
 vom 09.03.07:
 
"Bürgermeister auf den Barrikaden"
 
"Ostseezeitung"
 vom 13.01.07:
 
"Kraftprotz für Lubmin"


9.05.08 SANA Krankenhaus Bergen

1. öffentliche Veranstaltung zum Steinkohlekraftwerk Lubmin

Dr. Henning Klostermann, ehem. Vorsitzender des Landesumweltausschusses;
Karin Giesel, Vorsitzende "Bündnis für Rügen";
Dr. Kühnemann, Bürgermeister von Lubmin
 
18.12.07 Anhörung und Demo in Greifswald/Wiek

 

 

 

Prof. Dr. Michael Succow, Träger des alternativen Nobelpreises auf der Demo

Auch Freunde aus Dänemark protestieren gegen DONG

 

 

 

 

 

 

 
 
14.01.08 Empfang des Ministerpräsidenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
29.02.08 Demo zum Besuch der Bundeskanzlerin in Stralsund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 
 
 
Aktionen
Projekte
Mitmachen
Spenden
Infomaterial
Kontakt
Impressum